Heiraten am besonderen Datum

Heiratswillige finden im Dezember ein besonderes Datum, ihrem Liebsten die ewige Treue zu schwören. Der 12.12.’12 gehört zu den begehrtesten Terminen auf den Standesämtern, die in den meisten Städten und Gemeinden bereits seit Wochen restlos ausgebucht sind. Woher aber kommt der Hype um mystische Daten?

Hochzeit

Die Symbolik der Ehe

Nüchtern betrachtet ist die Eheschließung an sich kein besonders romantisches Event. Wenn Juristen darüber sprechen, klingt das so: Zwei Partner begründen in höchstpersönlicher Entscheidung eine Institution, an die für beide gesetzlich geregelte Rechte und Pflichten geknüpft sind. Es braucht also die Symbolik, damit die Heirat auch die Gefühle des Brautpaares anspricht und glücklich macht. Dazu gehört zum Beispiel der Ring ohne Anfang und Ende, als Ausdruck unendlicher Liebe und Treue. Oder aber der Brauch, sich an den Jahrestagen der Hochzeit an das Fest zu erinnern: gemeinsam zurückzublicken und stolz auf das zu sein, was die Ehepartner schon gemeistert haben oder sich daran zu erinnern, was einst wichtig war, aber vielleicht in Vergessenheit geraten ist. Ein besonderes Datum ragt dabei aus der Masse heraus, was die Partner zusätzlich verbinden kann. Zudem ist es eine Erinnerungshilfe für vergessliche Menschen.

Gibt es einen Ansturm auf besondere Tage?

In Köln zum Beispiel haben sich für den 12. 12. 2012 vier Mal mehr Paare angemeldet, als an einem üblichen Mittwoch. In München sind die 66 Plätze weg – normalerweise lockt ein Mittwoch im Dezember nur eine Hand voll Brautpaare ins Standesamt. Das mag auch damit zusammenhängen, dass der 12. 12. 2012 eines der vorerst letzten symbolischen Daten ist. Der 20. 12. 2012 ist in den Standesämtern bereits gut gebucht. Paare begnügen sich danach entweder mit dem 1.3.2013 – oder sie warten auf den 2.2.2022. Allerdings sind neben Schnapszahldaten auch andere besondere Tage beliebt. Silvester, zum Beispiel. Und das ist schließlich jedes Jahr. Sehr begehrt sind auch besondere Tage, die einen persönlichen Bezug haben, wie etwa der Jahrestag des Kennenlernens.

Halten Schnapszahl-Ehen besser?

Es ist statistisch nicht erwiesen, dass ein mystisches Datum eine Ehe glücklicher macht – oder schneller scheitern lässt. Aber Symbolik lässt sich schlecht in nackte Zahlen packen. Psychologen zufolge ist jede Ehe gefährdet, die nicht bewusst geschlossen wurde. Wer nur des Datums wegen heiratet, und den künftigen Ehepartner kaum auf Herz und Nieren geprüft hat, wird es schwer haben, die Silberhochzeit zu erreichen. Das gilt aber auch für langjährige Paare, die heiraten, um Langeweile zu übertünchen. Wer sich hingegen sicher ist, die Ehe mit genau diesem Menschen eingehen zu wollen und die Beziehung grundsätzlich gut pflegt, bekommt mit einem besonderen Datum ein Plus, das lange Gesprächsstoff sein kann und die Eheleute zusammenschweißt.

Fotos: www.sxc.hu

Das könnte Sie auch interessieren:

Comments are closed.