Heiratsantrag

Hochzeitsantrag

Der Heiratsantrag ist seit Urzeiten eine Angelegenheit, die leider nicht immer einen romantischen Hintergrund verbirgt. Wenn man heutzutage jemanden fragt, „wollt ihr oder du heiraten irgendwann einmal?“, bekommt man als Antwort meistens ein entsetztes Gesicht, das von den folgenden Worten in ungläubiger Melodie begleitet wird: „Warum das denn? Bist du wahnsinnig?“ oder auch „Wozu denn? Man kann doch auch so zusammen sein?“
Ein weiterer aber nicht weniger unromantischer Gesichtspunkt ist der wirtschaftliche Aspekt, der viele Paare vor den Altar lockt, um sich einen steuerrechtlichen Vorteil zu verschaffen.
Doch gibt es auch viele Länder, die es, aufgrund der Sitten und des Glaubens der dort lebenden Menschen, es ebenso unromantisch von statten, gehen lassen. So kennen junge Bräute in konservativen islamistischen Gefilden ihren Bräutigam nicht einmal, obgleich sie diesem schon im Kindesalter versprochen wurden.

Heiratsantrag im Mittelalter

Im frühen und späten Mittelalter ging so ein Heiratsantrag meistens sehr simpel, wie unromantisch von statten. Meistens wurde sogar darauf ganz verzichtet und die Braut wurde „einfach so“ zum Eheweib genommen. Außer in gehobeneren Schichten – dort wurden dann doch schon einmal die Eltern der Braut um Erlaubnis gebeten.
Trotz der sich immer mehr verändernden Gesellschaftsstrukturen, und besonders dem Lösen der Frau von alten Strukturen, wie dem „Hinter dem Herd stehen“, gilt es bei einem konservativen Heiratsantrag immer noch, die Eltern zu fragen. Das signalisiert nicht nur Mut und Entschlossenheit des Bräutigams, sondern ebenso, dass der Ehemann in spe den nötigen Respekt für die Familie der Braut mit in die Ehe bringt. Vorab sollte dies aber mit der Verlobten besprochen werden, damit es nicht zu unangenehmen Missverständnissen kommen kann.

Der passende Moment

Es gibt unzählige passende und weniger passende Momente, zu welchem Zeitpunkt Sie Ihrem Partner einen gelungenen Antrag stellen können oder es lieber nicht tun sollten. Viele halten den Jahrestag, den Geburtstag oder auch ein Schaltjahr passend. Auch solche Daten wie 11.11.2011 um 11.11 Uhr sind sehr beliebt. Dazu kommen dann Ideen, wie „der Ring im Champagnerglas“ oder mit einem Flugzeug per Farbwolke in den Himmel geschrieben.
Doch am Ende scheinen diese doch eher sehr verbrauchte Ideen zu sein.

Manchmal ist auch der unpassendste Moment der passendste. Der Überraschungseffekt spielt da oft eine gewichtige Rolle. So wurde schon ein Antrag gemacht, nachdem ein Pärchen einen Autounfall überlebt hatte. Ähnlich geschah es auch in einem Schwimmbad, an einem tristen Sommertag. Der zukünftige Bräutigam hatte den Ring auf den Boden des Beckens sinken lassen und forderte daraufhin seine Verlobte auf, ihm bei einem kleinen Tauchgang zu folgen. Dann fand sie den Ring und im selben Moment fischte er einen Zettel aus der Badehose, auf dem zu lesen war „Willst Du mich zu Deinem Ehemann nehmen?“
Sehr skurril war auch eine Idee, wobei ein Hobbypilot seine Freundin auf eine Spritztour mit dem Flieger eingeladen hatte. Hoch über den Wolken simulierte er dann, dass das Flugzeug eine Panne hätte und sie notlanden müssen. Er reichte seiner Zukünftigen eine Checkliste, auf der Stichpunkte für den ernsten Notfall abzuarbeiten waren. Sie musste laut vorlesen, während der Pilot so tat, als würde er an den Armaturen herumschalten. Als letzter Punkt stand dann dort „Mich heiraten!“

Im Grunde ist der richtige Zeitpunkt immer im Hier und Jetzt. Das entscheidet nämlich das Herz und nicht eine Uhrzeit.

Fotos: ahylton / www.freeimages.com

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